Folgen des deutschen Kolonialismus

Bild: Amnesty Hochschulgruppe Stuttgart

Ort: Linden-Museum-Stuttgart

Der deutsche Kolonialismus ist eine sehr dunkle Episode unserer Geschichte, die unzählbares Leid verursacht und während derer Menschenrechte aufs Gröbste verletzt wurden. Eines der wohl grausamsten Verbrechen war der bis heute nicht vollständig aufgearbeitet Völkermord an den Herero, während dem zwischen 60 000 und 80 000 Menschen ermordet wurden. Die Nachfahren der Opfer des deutschen Kolonialismus leiden oft bis heute unter den Folgen, in vielen der ehemaligen Kolonien sind instabile Regierungen, wirtschaftliche Schwäche und ethnische Konflikte eine direkte oder indirekte Folge des Kolonialismus. Dabei stellt sich auch die Frage, wie unsere heutige Gesellschaft mit diesem schwierigen Erbe umgehen möchte. Nur an wenigen Orten ist diese Problematik sichtbarer als in Museen, in denen vielfach noch heute Kunst ausgestellt wird, die unter verbrecherischen Umständen während des Kolonialismus zu uns gelangte. So wurde auch im Stuttgarter Lindenmuseum bis 2019 die Familienbibel und Peitsche von Hendrik Witbooi ausgestellt, die während des Völkermords an den Herero aus dem heutigen Namibia geraubt wurde. Jetzt gibt es allerdings Bemühungen, die koloniale Vorgeschichte aufzuarbeiten und Koloniale Raubkunst und andere Objekte an die Nachfahren der Opfer zurück zu geben. Anfang 2019 wurden auch Familienbibel und Peitsche zurückgegeben. Dieser Schritt ist jedoch nur einer der ersten von vielen Schritten auf einem langen Weg zu besserer Aufarbeitung der Kolonialzeit.

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Quellen:

14. Dezember 2020